Die Geschichte des ING New York City-Marathon
In der ganzen Welt steht das Wort „Marathon“ synonym für New York City. Bevor das Rennen in New York ins Leben gerufen wurde, waren Marathonrennen bescheidene Veranstaltungen, an denen vergleichsweise wenige Athleten teilnahmen und ein Hand voll Sportbegeisterte zuschauten, die von den Grenzen menschlicher Ausdauer fasziniert waren. Fred Lebow, Mitbegründer der New York Road Runners (NYRR) und des New York-Marathons, hat das geändert. Heute sind Marathonrennen riesige Medienereignisse, die weltweit ganze Städte in Beschlag nehmen. Dabei ist keiner so bekannt und beeindruckend wie der ING New York City-Marathon, und alle anderen gründen sich auf diesem: der moderne Marathonlauf verdankt seinen Anfang – und seinen Weltklassestatus – New York.
Der erste New York City-Marathon war allerding eine eher bescheidene Veranstaltung. 127 Läufer zahlten den NYRR 1 Dollar Startgeld für die Teilnahme an einem 26,2 Meilen-Rennen, das in mehreren Runden durch den Central Park führte. 55 Läufer erreichten das Ziel.
Als Lebow den Kurs sechs Jahre später änderte und durch alle fünf New Yorker Stadtbezirke führte, stieß das nicht überall auf Begeisterung. Dennoch meldeteten sich 2090 Läufer, um durch Staten Island, Brooklyn, Queens, die Bronx und Manhattan zu laufen. Der erweiterte Kurs zog den zweimaligen Marathon-Olympia-Medaillengewinner Frank Shorter und damit zahlreiche Journalisten und Fernsehkameras an. Tausende Zuschauer säumten die Straßen und feuerten die Läufer an. Durch die Umgestaltung des Kurses hatte Lebow die Stadt zusammengeführt und ernetete weltweite Anerkennung.
Die einzigartige Mischung von Athleten beim New York-Marathon, die nachbarschaftliche Stimmung sowie das Interesse internationaler Medien zog bald darauf die besten Läufer aus der ganzen Welt zum alljährlichen Herbstrennen an. In den späten 70er Jahren boomte der Laufsport, und New York stand im Zentrum. Mehr als 9.000 Menschen nahmen 1978 teil, als die Norwegerin Grete Waitz in 2:32:30 einen neuen Weltrekord bei den Frauen aufstellte.
In den Anfangsjahren wurden sowohl bei den Männern als auch den Frauen zahlreiche Rekorde gebrochen, doch schon bald ging es bei dem Rennen in New York mehr als nur um Tempo. Als die internationalen Sanktionen gegen südafrikanische Athleten 1992 aufgehoben wurden, entschied sich Willie Mtolo dafür, in New York zu laufen. Er dominierte das Feld, und Medien aus der ganzen Welt berichteten über ihn. Als Tegla Loroupe 1994 über die Ziellinie im Central Park lief, bewies sie, dass die afrikanischen Frauen den Männern in ihren läuferischen Fähigkeiten über die 26,2 Meilen (42,195 km) in nichts nachstanden. Loroupe siegte in New York, und die Welt schaute zu. Kurz darauf wurden kenianische Läuferinnen auch in anderen Städten zu Langstreckenrennen eingeladen.
